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Strohblumen als neue Quelle von Cannabinoiden?

Forscher des Weizmann Institutes of Science in Israel stellten im Rahmen ihrer Studie fest, dass die Strohblume (Helichrysum umbraculigerum) eine große Anzahl von Cannabinoiden produziert. Demnach kann die gelbe Blume nicht nur einige der Cannabinoide bilden, die sich auch in Cannabis finden, sondern auch Dutzende bisher unbekannter Cannabinoide, von denen einige möglicherweise therapeutisches Potenzial besitzen.



Helichrysum umbraculigerum, Strohblume

Die Strohblume ist eine südafrikanische Blütenpflanze aus der Familie der Korbblütler, die vor allem dafür bekannt ist, dass sie nach Curry riecht. Historische Quellen deuten auf ihre Verwendung als Rauschmittel bei Volksritualen hin. Eine vor Jahrzehnten durchgeführte Studie legt nahe, dass sie Cannabinoide enthalten könnte, obwohl die Struktur dieser Verbindungen damals nicht bekannt war.


Strohblume bildet mehr als 40 Cannabinoide


Die israelischen Forscher konnten nach der Sequenzierung des Genoms der Pflanze und der Analyse ihrer chemischen Bestandteile mehr als 40 Cannabinoide in den Blättern der Strohblume identifizieren. Im Vergleich dazu produziert Cannabis weit über 100 Cannabinoide.


Da die aus Cannabis gewonnenen Cannabinoide jedoch in den Blüten der Pflanze zu finden sind, erfordert die kommerzielle Produktion dieser Verbindungen intensive Anbaumethoden, die mit hohen wirtschaftlichen und ökologischen Kosten verbunden sind. Im Gegensatz dazu beschreiben die Autoren der Studie die Strohblume als "eine mehrjährige, schnell wachsende, kommerziell nutzbare Pflanzenquelle für bioaktive Cannabinoide".


Strohblume mit hohem CBG-Gehalt


Obwohl die Strohblume weder Tetrahydrocannabinol (THC) noch Cannabidiol (CBD) produziert, stellt sie große Mengen an Cannabigerol (CBG) her, einem Cannabinoid, das sich als vielversprechend für die Behandlung von neurologischen Störungen, Darmkrebs und verschiedenen anderen Krankheiten erwiesen hat. Den Forschern zufolge wird dem Cannabinoid-Signalweg "ein therapeutisches Potenzial bei verschiedenen Krankheiten zugeschrieben".


"Wir haben eine wichtige neue Quelle für Cannabinoide gefunden und Werkzeuge für ihre nachhaltige Produktion entwickelt, die helfen können, ihr enormes therapeutisches Potenzial zu erforschen", erklärte Studienautorin Dr. Paula Berman laut einem Bericht.

Nachdem die Forscher die Enzyme identifiziert hatten, die an der Bildung dieser Cannabinoide beteiligt sind, konnten sie Bierhefe so verändern, dass sie genau die gleichen Verbindungen produziert.


Neue Cannabinoide in Strohblume gefunden


Während sechs der in der Strohblume identifizierten Cannabinoide auch in Cannabis vorkommen, sind die übrigen völlig neu.


"Der nächste spannende Schritt wäre, die Eigenschaften der mehr als 30 neuen Cannabinoide zu bestimmen, die wir entdeckt haben, und dann zu sehen, welche therapeutische Verwendung sie haben könnten", so Berman.

Seltsamerweise verstehen die Wissenschaftler immer noch nicht ganz, warum Pflanzen Cannabinoide produzieren, obwohl es einige Hinweise darauf gibt, dass sie zur Abschreckung von Tieren beitragen und sogar als eine Art natürlicher Sonnenschutz wirken könnten, indem sie die Pflanzen vor ultravioletten Strahlen schützen.


"Die Tatsache, dass zwei genetisch nicht verwandte Pflanzen im Laufe der Evolution unabhängig voneinander die Fähigkeit entwickelt haben, Cannabinoide herzustellen, lässt vermuten, dass diese Verbindungen wichtige ökologische Funktionen erfüllen", erklärte Studienautor Professor Asaph Aharoni.


Quelle

Berman P, de Haro LA, Jozwiak A, Panda S, Pinkas Z, Dong Y, Cveticanin J, Barbole R, Livne R, Scherf T, Shimoni E, Levin-Zaidman S, Dezorella N, Petrovich-Kopitman E, Meir S, Rogachev I, Sonawane PD, Aharoni A. Parallel evolution of cannabinoid biosynthesis. Nat Plants. 2023 May 1. doi: 10.1038/s41477-023-01402-3. Epub ahead of print. PMID: 37127748



Autorin: Alexandra Latour

Aufgrund der über zehnjährigen freiberuflichen Autorinnentätigkeit für renommierte Gesundheitsportale und Online-Magazine übernahm Alexandra Latour Anfang 2017 die stellvertr. Redaktionsleitung von Leafly Deutschland. Auch nach der Schließung der deutschen Niederlassung von Leafly war sie weiterhin als Medizinredakteurin und Beraterin in der Cannabis- und CBD-Branche tätig und konnte sich hier eine umfangreiche Expertise aneignen.



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