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Neue Studie zum Entourage-Effekt von Cannabis

Aktualisiert: 30. März 2023

Bislang ist nur wenig darüber bekannt, wie häufig verschiedene Kombinationen von Phytochemikalien (Chemovars) in der Cannabisblüte vorkommen oder ob diese mit unterschiedlichen pharmakodynamischen Eigenschaften verbunden sind. Frühere Studien haben bereits gezeigt, dass Cannabinoide und Terpene synergetisch wirken (Entourage-Effekt).


Forscher der University of New Mexico haben im Rahmen Ihrer Studie ein klinisch relevantes, benutzerfreundliches, skalierbares Chemovar-Indexierungssystem erstellt, das den Gehalt an primären Cannabinoiden und Terpenen zusammenfasst. Es wurde untersucht, ob sich die am häufigsten konsumierten Chemovars in ihrer Behandlungswirksamkeit und den erfahrenen Nebenwirkungen unterscheiden.


Neue Studie zum Entourage-Effekt von Cannabis

Durchführung der Studie


Zwischen dem 09.10.2016 und dem 03.11.2021 nutzten 204 Personen die frei verfügbare mobile Softwareanwendung Releaf App, um 6309 Echtzeit-Konsumsitzungen mit 633 verschiedenen Cannabisblütenprodukten aufzuzeichnen, die Informationen über die Terpen- und Cannabinoidstärke enthalten.


Das Indexierungssystem basiert auf einer retrospektiven Datenanalyse des primären und sekundären Terpengehalts der Produkte sowie der Tetrahydrocannabinol- (THC) und Cannabidiol- (CBD) Wirkstärken und ergab insgesamt 478 verschiedene Chemovars. Anhand von Kovarianzanalysen (ANCOVAs) wurden die Symptome und Nebenwirkungen der fünf häufigsten Chemovars vor und nach dem Cannabiskonsum von App-Konsumenten verglichen, die unter chronischen Schmerzen, Depressionen oder Angstzustände litten.


Ergebnisse der Studie


Die Untersuchung der fünf am häufigsten konsumierten Chemovars ergab signifikante Unterschiede in der Wirksamkeit der Symptombehandlung bei chronischen Schmerzen sowie bei Depression und Angstzuständen.


Obwohl die Wirkungen unterschiedlich stark ausfielen, waren die fünf Chemovars unter allen Bedingungen wirksam, mit Ausnahme von MC61 (Mercen 0,01-0,49 %/Beta-Caryophyllen 0,01 bis 0,49 %/THC 20-25 %/CBD 0,01-1,0 %), das Angstgefühle oder Depressionen verstärkte.


Die Chemovars unterschieden sich auch in ihrem Zusammenhang mit dem Auftreten positiver, negativer und kontextspezifischer Nebenwirkungen, wobei zwei Chemovars, MC61 und MC62 (Mercen .01-0,49%/Beta-Caryophyllen .01-0,49%/THC 20-25%/CBD 1-5%), zwei bis drei weniger positive Nebenwirkungen und sogar eine mehr negative und zwei mehr kontextspezifische Nebenwirkungen hervorriefen als die anderen drei Chemovars.


Zusammenfassend erklärten die Forscher, dass die Ergebnisse belegen, dass ein einfaches, aber umfassendes Chemovar-Indexierungssystem verwendet werden kann, um systematische Unterschiede bei klinisch relevanten Gesundheitsergebnissen und anderen gemeinsamen Erfahrungen zwischen Cannabisblütenprodukten zu ermitteln, unabhängig von der Handels- oder Stammbezeichnung des Produkts.


Diese Studie war durch die Selbstselektion beim Cannabis- und App-Konsum und den Mangel an nutzerspezifischen Informationen begrenzt. Weitere Forschungsarbeiten unter Verwendung dieses Chemovar-Indexierungssystems sollten untersuchen, wie unterschiedliche Kombinationen von Phytochemikalien mit Merkmalen auf Benutzerebene interagieren, um allgemeine und individuelle Cannabiskonsumerfahrungen und gesundheitliche Ergebnisse zu erzeugen, idealerweise unter Verwendung randomisierter Methoden, um Unterschiede in den Auswirkungen zwischen den Chemovars zu bewerten.




Quelle

Vigil JM, Stith SS, Brockelman F, Keeling K, Hall B. Systematic combinations of major cannabinoid and terpene contents in Cannabis flower and patient outcomes: a proof-of-concept assessment of the Vigil Index of Cannabis Chemovars. J Cannabis Res. 2023 Feb 8;5(1):4. doi: 10.1186/s42238-022-00170-9. PMID: 36755303; PMCID: PMC9906924




Autorin: Alexandra Latour

Aufgrund der über zehnjährigen freiberuflichen Autorinnentätigkeit für renommierte Gesundheitsportale und Online-Magazine übernahm Alexandra Latour Anfang 2017 die stellvertr. Redaktionsleitung von Leafly Deutschland. Auch nach der Schließung der deutschen Niederlassung von Leafly war sie weiterhin als Medizinredakteurin und Beraterin in der Cannabis- und CBD-Branche tätig und konnte sich hier eine umfangreiche Expertise aneignen.


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