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Kann CBD das Gehirn vor THC schützen?

In einer Studie wurde jetzt untersucht, ob ein hoher CBD-Gehalt in Cannabis die kognitiven Beeinträchtigungen mindern kann und eine potenzielle schützende Wirkung auf das Gehirn haben kann.


Cannabisblüten mit hohem CBD-Anteil

In einem Bericht heißt es, dass mit der Legalisierung von Cannabis in mehreren US-Bundesstaaten auch fast gleichzeitig die Konzentration des wichtigsten psychoaktiven Inhaltsstoffs, Δ9-Tetrahydrocannabinol (THC), immer weiter angestiegen sei. THC kann vor allem bei jungen Erwachsenen akute Beeinträchtigungen wie Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsdefizite und bei genetisch veranlagten Personen psychotische Symptome verursachen.


Durchführung der Studie


In einer Studie wurden jetzt die akuten Auswirkungen von Cannabisprodukten mit vier verschiedenen Verhältnissen von CBD zu THC auf die kognitive Leistung und psychotische Symptome bei gesunden Freiwilligen untersucht. Hier wurde die Hypothese getestet, dass Probanden, die Cannabisprodukte mit einem höheren CBD:THC-Verhältnis konsumieren, weniger Gedächtnisstörungen und weniger psychotische Symptome aufweisen.


Bei der Studie handelte es sich um eine randomisierte, doppelblinde Studie an Probanden. Bei den Probanden handelte es sich um 46 gesunde Freiwillige (Alter 21-50 Jahre), die in der Vergangenheit mindestens einmal Cannabis konsumiert hatten. Die Cannabisdosis enthielt 10 mg THC und entweder 0 mg, 10 mg, 20 mg oder 30 mg CBD.


Ergebnisse der Studie


Die Ergebnisse zeigen, dass die gleichzeitige Verabreichung von CBD (in allen Dosierungen) mit THC keinen Einfluss auf die Induktion von kognitiven Beeinträchtigungen oder psychotischen Symptomen nach dem Cannabiskonsum hatte. CBD verringerte die nachteiligen Auswirkungen von THC nicht. Darüber hinaus hatte CBD keinen Einfluss auf das subjektive Empfinden oder die angenehmen Wirkungen von THC.


Die Cannabispflanze produziert sowohl THC als auch CBD aus einem Vorläufermolekül namens Cannabigerolsäure. Wenn eine gentechnisch veränderte Pflanze also ein höheres CBD:THC-Verhältnis aufweist, produziert sie folglich auch weniger THC. Daher deuten die Ergebnisse der aktuellen Studie darauf hin, dass das behauptete geringere Risiko des Konsums von Cannabispflanzen mit hohem CBD-Gehalt, z. B. in Bezug auf kognitive Beeinträchtigungen oder Psychosen, nicht auf das Vorhandensein eines hohen CBD-Gehalts zurückzuführen ist, sondern eher auf einen relativ niedrigen THC-Gehalt.


Insgesamt ergaben die Ergebnisse der aktuellen klinischen Studie, dass CBD nicht vor den akuten negativen Auswirkungen von THC schützt. Es ist derzeit nicht bekannt, ob regelmäßiger CBD-Konsum vor den langfristigen Schäden des Cannabiskonsums schützen kann.



Quelle


Englund A et al., (2023) Does cannabidiol make cannabis safer? A randomised, double-blind, cross-over trial of cannabis with four different CBD:THC ratios. Neuropsychopharmacology (2023) 48:869–876; https://doi.org/10.1038/s41386-022-01478-z


McGuire P et al., (2018) Cannabidiol (CBD) as an adjunctive therapy in schizophrenia: a multicenter randomized controlled trial. Am J Psychiatry. 175:225–31.



Autorin: Alexandra Latour

Aufgrund der über zehnjährigen freiberuflichen Autorinnentätigkeit für renommierte Gesundheitsportale und Online-Magazine übernahm Alexandra Latour Anfang 2017 die stellvertr. Redaktionsleitung von Leafly Deutschland. Auch nach der Schließung der deutschen Niederlassung von Leafly war sie weiterhin als Medizinredakteurin und Beraterin in der Cannabis- und CBD-Branche tätig und konnte sich hier eine umfangreiche Expertise aneignen.



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