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HHC – eine Alternative zu CBD und THC?

Aktualisiert: 9. März 2023

Wer die Verbindung Hexahydrocannabinol (HHC) googelt, stößt auf zahlreiche widersprüchliche Informationen in Bezug auf die Legalität, die Wirkung auf den Körper und darüber, ob es natürlich in der Cannabispflanze vorkommt. Aktuell ist der Hype um HHC groß. Innerhalb kürzester Zeit haben viele Online-Shops HHC-Produkte wie HHC-Blüten, HHC-Öle und HHC-Edibles in ihr Produktsortiment aufgenommen und preisen diese als „legale Alternative zu CBD und THC“ an – obwohl kaum etwas über die Wirkung, Nebenwirkungen und Langzeitfolgen bekannt ist.


HHC – eine Alternative zu CBD und THC?

Was ist HHC?


Der US-amerikanische Chemiker Roger Adams konnte Hexahydrocannabinol (HHC) im Jahr 1947 aus natürlichem Tetrahydrocannabinol (THC) synthetisieren. Adams galt zu dieser Zeit als Pionier der Hydrierung und stellte das HHC aus konventionellem, aus Cannabis gewonnenem THC her, indem er dem THC ein Wasserstoffmolekül hinzufügte. Chemisch gesehen enthält HHC also ein Wasserstoffmolekül, das bei THC nicht vorhanden ist.


Bei HHC handelt es sich um hydriertes Derivat von THC und nicht um ein natürliches Cannabinoid aus der Cannabispflanze.


Wie werden HHC-Produkte hergestellt?


Es gibt verschiedene Methoden, um HHC herzustellen. Das US-amerikanische Unternehmen Colorado Chromatography beschreibt sein Herstellungsverfahren als geschütztes Verfahren, das in einem chemischen Reaktor abläuft. In einem Artikel heißt es, dass CBD zunächst aus dem Rohhanf extrahiert, destilliert und in Pulverform isoliert wird. Das aus Hanf gewonnene CBD dient also als Basis für die chemische Reaktion, damit HHC entsteht.


"Stellen Sie sich den Reaktor wie eine Blackbox vor. Rein geht CBD, raus kommt HHC", so Kyle Ray, Chief Operating Officer von Colorado Chromatography. Ray beschreibt das HHC als ein "goldenes, dunkles Öl, das verfeinert und anschließend destilliert wird".


HHC ist nicht gleich HHC


Je nach Herstellungsverfahren gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede. Zudem besteht das Risiko, dass Rückstände von verschiedenen Metallen wie Palladium oder Nickel im HHC-Destillat oder HHC-Isolat verbleiben.


Nach der HHC-Herstellung entsteht eine Mischung aus 9R-HHC und 9S-HHC, die sich in ihrer chemischen Struktur geringfügig unterscheiden. 9R-HHC bindet aktiv an die Cannabinoid-Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems, während 9S-HHC aufgrund seiner leicht veränderten Molekularstruktur weniger gut an die Rezeptoren bindet. Das Verhältnis der beiden Moleküle untereinander kann dementsprechend die Wirkung beeinträchtigen.


"Der Versuch, diese beiden Substanzen zu isolieren und voneinander zu trennen, wäre so kostspielig, dass sich daraus kein brauchbares Produkt herstellen ließe. Unser Ziel bei der Herstellung von HHC ist es also immer, die Menge der aktiven Verbindung zu maximieren und die Menge der weniger aktiven Verbindung zu minimieren. Es ist jedoch nie ein perfektes Spiel. Normalerweise liegt es irgendwo bei 2:1 oder 1:1", so Ray laut dem Onlineartikel.


Wie wirkt HHC?


Die Wirkung von HHC wird so ähnlich wie die von THC beschrieben, allerdings weniger intensiv. Erfahrungen von Nutzern zeigen, dass die Wirkung – genau wie beim THC – subjektiv bewertet wird. Während die einen von zerebralen und berauschenden Effekten berichten, empfinden wiederum andere Nutzer die Wirkung von HHC als erhebend, energetisch und leicht euphorisierend. Vermutlich gilt hier auch, dass die Effekte von unterschiedlichen Faktoren abhängig sind, wie zum Beispiel der eigenen Körperchemie, dem Set und Setting und natürlich von der Qualität des HHC.


Zum HHC-Konsum bzw. dessen unmittelbaren und langfristigen Auswirkungen gibt es keine Erkenntnisse. Insofern bergen HHC-Produkte ein Risiko.


Wie werden HHC-Blüten hergestellt?


Es gibt keine natürlichen HHC-Blüten. Denn HHC kommt vermutlich in sehr geringen Spuren als Abbauprodukt von THC in Cannabisblüten vor. Deshalb werden in der Regel die Blüten vom Nutzhanf genutzt, da diese einen geringen THC-Gehalt aufweisen, und mit HHC-Isolat oder HHC-Destillat beschichtet. Es handelt sich also nicht um ein natürliches Produkt.



Ist HHC legal?


Die Frage, ob HHC ein „legal High“ ist, kann weder mit Ja noch mit einem Nein beantwortet werden. Aktuell befinden sich HHC-Produkte in einer Grauzone. Das machen sich natürliche zahlreiche Hersteller und Verkäufer zunutze, um schnell noch hohe Umsätze zu generieren, bevor der Staat eingreift. Aus unserer Sicht wird hier viel Geld auf Kosten der Verbrauchersicherheit gemacht, was langfristig der Cannabis- und CBD-Branche schaden wird.



FAQ


Wie wirkt HHC?


Hexahydrocannabinol (HHC) scheint Nutzern zufolge eine ähnliche Wirkung wie Tetrahydrocannabinol (THC) zu besitzen. Anstatt stark zu dämpfen, beschreiben Nutzer eher energetische und leicht euphorisierende Effekte. Allerdings ist dies stark von unterschiedlichen Faktoren abhängig, wie zum Beispiel von der eigenen Körperchemie – vor allem aber von der Qualität des Produktes.


Ist HHC in Deutschland legal?


Hexahydrocannabinol (HHC) bewegt sich aus rechtlicher Sicht aktuell in einer Grauzone. Denn HHC wurde bislang noch nicht als neuer psychoaktiver Stoff erfasst. Fraglich ist zudem, ob HHC überhaupt unter das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) fällt, da hierunter synthetische Cannabinoide aufgeführt sind. Es ist jedoch davon auszugehen, dass der Gesetzgeber auf die rechtliche Einstufung von HHC eingeht, da die Wirkung von HHC ähnlich mit der von Tetrahydrocannabinol (THC) ist.


Was sind HHC Blüten?


In der Regel handelt es sich bei HHC-Blüten um die Blüten von Nutzhanfpflanzen, da dieser einen THC-Gehalt von weniger als 0,2 Prozent aufweist. Oftmals ist in den Online-Shops von CBD-Blüten mit HHC die Rede. Hierbei handelt es sich um Nutzhanfblüten, die mit CBD-Isolat oder CBD-Destillat „veredelt“ wurden, um einen höheren CBD-Gehalt zu erreichen. Zusätzlich werden sie dann mit HHC-Isolat oder HHC-Destillat beschichtet.


Ist HHC gefährlich?


Es gibt keine wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Wirkung, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit Medikamenten, Langzeitfolgen und Risiken von Hexahydrocannabinol (HHC). Hinzu kommt, dass durch die Herstellung von HHC Verunreinigungen wie Metalle in das Isolat oder Destillat gelangen können. Die Hersteller sind nicht verpflichtet, ihre Produkte in einem Labor zu testen. Alle diese Faktoren machen HHC unberechenbar und somit auch gefährlich.

Kann HCC Psychosen auslösen?


Es gibt keine wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Hexahydrocannabinol (HHC), da es neu auf dem Markt ist. Da es ähnlich wie Tetrahydrocannabinol (THC) wirken kann, besteht durchaus ein Risiko, dass HHC psychische Erkrankungen auslösen kann, vor allem dann, wenn eine genetische Veranlagung besteht.


Quellen


Leafly.com, Max Savage Levenson, 2021, What is HHC?

WebMD, Paul Fysh, 2022, What is HHC?




Autorin: Alexandra Latour

Aufgrund der über zehnjährigen freiberuflichen Autorinnentätigkeit für renommierte Gesundheitsportale und Online-Magazine übernahm Alexandra Latour Anfang 2017 d ie stellvertr. Redaktionsleitung von Leafly Deutschland. Auch nach der Schließung der deutschen Niederlassung von Leafly war sie weiterhin als Medizinredakteurin und Beraterin in der Cannabis- und CBD-Branche tätig und konnte sich hier eine umfangreiche Expertise aneignen.

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