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Glossar: Was ist Anandamid?

Aktualisiert: 11. Feb. 2023


CBD Room | Glossar | Was ist Anandamid?

Arachidonylethanolamid – kurz Anandamid – ist ein endogenes Cannabinoid (Endocannabinoid). Der Körper bildet Anandamid im Gewebe und in Zellmembranen mit dem Vorläufermolekül der vierfach ungesättigten Fettsäure Arachidonsäure namens N-Arachidonylphosphatidylethanolamin. Hauptsächlich kommt Anandamid im zentralen Nervensystem (ZNS) vor.


Der tschechische Chemiker Lumír Ondřej Hanuš sowie der US-amerikanische Molekularpharmakologe William Anthony Devane entdeckten Anandamid im Jahr 1992. Sie gaben dem Molekül den Namen Anandamid, das aus dem Sanskrit von dem Wort „ananda“ abgeleitet wird und mit „Glückseligkeit“ übersetzt werden kann.


Wirkung von Anandamid


Anandamid bindet unter anderem an die Cannabinoid-Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems und kann wie das Cannabinoid Tetrahydrocannabinol (THC) aus der Cannabispflanze unter anderem verschiedene Emotionen wie Freude und Euphorie beeinflussen, ebenso das Belohnungssystem. Im Gegensatz zu den Cannabinoiden aus der Cannabispflanze wird Anandamid sehr viel schneller im Körper abgebaut. THC lässt sich hingegen mehrere Wochen im Fettgewebe nachweisen.


Bislang gibt es kaum Studien zur Wirkung von Anandamid. Einzelne Studien legen nahe, dass das Molekül angstlösend und antidepressiv wirken könnte [1]. Zudem kann Cannabidiol (CBD) die Anandamid-Konzentration im Körper erhöhen [2]. Allerdings wird angenommen, dass eine erhöhte Anandamid-Konzentration ein Prädikator für Fehlgeburten zu sein scheint, was im Rahmen einer Pilotstudie an Frauen mit drohender Fehlgeburt festgestellt wurde [3].

Quellen

[1] Jiang W, Zhang Y, Xiao L, Van Cleemput J, Ji SP, Bai G, Zhang X. Cannabinoids promote embryonic and adult hippocampus neurogenesis and produce anxiolytic- and antidepressant-like effects. J Clin Invest. 2005 Nov;115(11):3104-16. doi: 10.1172/JCI25509. Epub 2005 Oct 13. PMID: 16224541; PMCID: PMC1253627

[2] Rohleder C, Müller JK, Lange B, Leweke FM. Cannabidiol as a Potential New Type of an Antipsychotic. A Critical Review of the Evidence. Front Pharmacol. 2016 Nov 8;7:422. doi: 10.3389/fphar.2016.00422. PMID: 27877130; PMCID: PMC5099166

[3] Plasma Anandamide Concentration and Pregnancy Outcome in Women With Threatened Miscarriage. JAMA. 2008;299(10):1135–1136. doi:10.1001/jama.299.10.1135


FAQ


Ist Anandamid ein Cannabinoid?


Anandamid (Arachidonylethanolamid) ist kein Cannabinoid aus der Cannabispflanze, sondern ein sogenanntes Endocannabinoide oder auch endogenes Cannabinoid. Der Körper bildet Anandamid mithilfe von N-Arachidonylphosphatidylethanolamin im Gewebe und in Zellmembranen. Dabei kommt das Molekül vor allem im zentralen Nervensystem (ZNS) vor.


Wo wird Anandamid gebildet?


Der Körper bildet Anandamid (Arachidonylethanolamid) mithilfe von N-Arachidonylphosphatidylethanolamin, dem Vorläufermolekül der vierfach ungesättigten Fettsäure Arachidonsäure, im Gewebe und in den Zellmembranen. Am häufigsten lässt sich Anandamid im zentralen Nervensystem (ZNS) nachweisen.


Was macht Anandamid?


Anandamid (Arachidonylethanolamid) ist ein körpereigenes Cannabinoid (Endocannabinoid) das unter anderem an die Cannabinoid-Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems bindet. Es kann das Belohnungssystem, aber auch unterschiedliche Emotionen wie Freude oder Euphorie beeinflussen. Deshalb wurde dem Molekül der Name Anandamid – abgeleitet von dem Wort „ananda“ aus dem Sanskrit gegeben, was übersetzt Glückseligkeit bedeutet.

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